Ein guter Wein braucht ein starkes Fundament aus Boden, Mikroklima, Kellertechnik und viel Erfahrung. Wir müssen unsere Böden und die Natur verstehen und dieses Wissen jahresspezifisch umsetzen: Das Mikroklima des Jahres bestimmt die Bodenbearbeitung, den Schnitt der Reben und den Pflanzenschutz bis hin zur Selektion der Trauben bei der Ernte. Ziel unserer Arbeit ist dabei immer, vollreife und gesunde Trauben in den Keller zu bringen. Behutsam werden die Trauben gekeltert und der Most bekommt seine Zeit, in unseren Fässern zu dem Wein zu reifen, wie die Natur ihn uns gibt und dabei doch unsere Handschrift trägt.

Feldarbeit

Die Qualität des Weins fängt schon mit dem Rebschnitt an, der die späteren Erntemengen bestimmt. Dann folgt die Pflege des Weinbergs bis zum Herbst, wenn die Trauben gelesen werden, bevor sie in den Keller kommen.

Einen Großteil der Trauben für unsere Weine ernten wir von Hand in kleinen Lesekisten. So können die Trauben unbeschädigt zum Weinkeller kommen. Mit dem Lesegut zeigt sich dann, ob das Zusammenspiel vom jahrgangsspezifischen Klima und unserer Arbeit in den Weinbergen erfolgreich war.

Ein Kreislauf

Rebschnittholz, Blätter, Rappen und Trester werden wieder in die Weinberge eingebracht und eingearbeitet. So versuchen wir, alle durch die Rebe entnommenen Nährstoffe den Weinbergen zurückzugeben. Um die Humusgehalte und damit die Bodenaktivität zu erhöhen, fahren wir Grünschnittkomposte in die Weinberge ein und können so mineralische Düngung auf ein absolutes Minimum beschränken.
Auch ein gutes Bodenmanagement und die Einsaat von verschiedenen Getreidemischungen unterstützen dabei, die Nährstoffe über den Winter im Boden zu binden und vor Auswaschung zu schützen. So haben wir in der Vegetationsperiode ein ausgewogenes Nährstoffangebot für die Reben vorliegen, so dass unsere Trauben gut gedeihen können.

So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich

Wir bewirtschaften unsere Weinberge nach den Maßstäben des integrierten Pflanzenschutzes, d. h., wir benutzen nur pflanzen- und nützlingsschonende Präparate zur Bekämpfung unserer drei wichtigsten Pilzkrankheiten an der Rebe (Echter Mehltau, Falscher Mehltau und Botrytis cinerea) und verwenden seit einigen Jahren keine Insektizide mehr. Verbunden mit modernen Pflanzenschutzgeräten, verschiedenen Prognosemodellen, natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln und professionellem Know-how können wir so den Pflanzenschutz auf das notwendige Maß reduzieren.

Kellertechnik

Im Keller angekommen werden die Trauben ein weiteres Mal von Hand selektiert. Nur wirklich gesunde Trauben werden zu guten Weinen.

Die Trauben für unsere Weißweine werden zunächst angequetscht, verbleiben dann einen halben bis maximal drei Tage bei niedrigen Temperaturen auf der Maische, um die Aromen der Trauben im Saft gut aufnehmen zu können. Danach werden die Trauben gepresst und kommen zur Gärung in die Fässer.

Weine, die jung getrunken werden, wie z.B. unsere Sommer- oder Gutsweine, entfalten schon früh ihre Qualität im Edelstahltank. Unsere anderen Rieslinge vom Ortswein bis zum Großen Gewächs reifen in Ruhe in großen Holzfässern. Diese Reife gibt den Weinen einen besonderen Schmelz und ihre Langlebigkeit. Dabei erfolgt eine temperaturkontrollierte Gärung in den Fässern von etwa 3 Monaten, gefolgt von einer Feinhefelagerung der Weine. Wir filtern die Weine so wenig wie möglich und verzichten weitgehend auf Schönungsfiltern um ihnen ihre Harmonie zu geben.

Unsere Rotweine kommen nach der Kaltmazeration zur traditionellen Maischevergärung in große Holzdrehfässer. So können Aromen und Farbe vom Traubensaft aufgenommen werden. Dieser Prozess ist eine Voraussetzung für den Geschmack und die Langlebigkeit der Rotweine. Wir gehen nach wie vor den aufwendigeren Weg und verzichten bewusst auf den Einsatz von Kohlensäure, welche die Weine schneller trinkfähig macht.

Nach der Pressung kommen alle unsere Rotweine in Barriquefässer und verbleiben dort in der Regel 18 bis 24 Monate zur Reifung. Wir verwenden beste französische Barriquefässer von Herstellern, die auch die großen Weingüter des Burgunds beliefern. Dabei leistet die Auswahl der Hölzer, die Toastung und die Erfahrung der Fassbauer einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Weinqualität.

Durch den Ausbau im Barrique zeigen die Rotweine die typischen Beerenaromen. Durch den langen Reifeprozess gewinnen wir sehr komplexe Rotweine mit großer Langlebigkeit, die den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen.